Soziales Engagement aus gelebter Partnerschaft
Die Mitglieder des FAIR BAND verstehen fairen Handel als langfristige Partnerschaft, die weit über den Import und Vertrieb fair gehandelter Produkte hinausgeht. Durch den engen Austausch mit ihren Produzent:innen entsteht ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen vor Ort. Daraus entwickelt sich bei vielen Mitgliedsunternehmen zusätzliches soziales Engagement als wichtiger Baustein nachhaltiger Entwicklung.
So unterstützt beispielsweise PERÚ PURO über „Frederic – Hilfe für Peru“ mit Projekten zu ökologischer Landwirtschaft, Regenwaldschutz, Bildung und Gesundheit. pakilia Silberschmuck fördert mit „pakilia wirkt!“ soziale, kulturelle und ökologische Initiativen in Mexiko. Mama Afrika engagiert sich gemeinsam mit Frauenkooperativen im südlichen Afrika für die Stärkung von Frauen und ihrer Gemeinschaften. Auch Der Lindwurm setzt sich mit einer aktuellen Kampagne für geflüchtete Frauen ethnischer Minderheiten aus Myanmar ein, die in einem Flüchtlingscamp in Thailand an der Grenze zu Myanmar leben.
Diese Projekte entstehen aus direktem Kontakt, gegenseitigem Vertrauen und dem gemeinsamen Wunsch, Perspektiven zu schaffen. Sie ergänzen den fairen Handel und fördern Chancengerechtigkeit, Teilhabe und nachhaltige Entwicklung in den Herkunftsregionen der Partner:innen.
Das einzelne Engagement unserer Mitglieder stellen wir hier, immer wieder aktualisiert, vor:


Der Lindwurm
Mit kleinen Symbolen Perspektiven schaffen
Mit der Kampagne „Kleine Tiere – große Wirkung“ unterstützt der Lindwurm gemeinsam mit der Organisation WEAVE (Women’s Education for Advancement and Empowerment) Kunsthandwerkerinnen im Flüchtlingscamp Ban Mai Nai Soi in Thailand, nahe der Grenze zu Myanmar.

Die von Hand genähten und bestickten Hunde- und Katzenpins sind weit mehr als ein dekoratives Accessoire. Die Kunsthandwerkerinnen erhalten für ihre Arbeit einen Living Wage (existenzsichernden Lohn), der auf Grundlage der Lebenshaltungskosten in ihrer Region berechnet wird. Darüber hinaus werden sämtliche Material-, Transport- und Organisationskosten entlang der Lieferkette gedeckt. Die Kalkulation erfolgt nach den Vorgaben von Made51, einer Initiative des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), und verzichtet bewusst auf die im Handel übliche Gewinnmarge. So kommt der Erlös unmittelbar den Frauen und dem Projekt zugute.
Die Herstellung der kleinen Tiere ermöglicht den Frauen, selbst für den Lebensunterhalt ihrer Familien zu sorgen. Gleichzeitig stärkt die handwerkliche Arbeit ihr Selbstwertgefühl, ihre Würde und die Hoffnung auf eine selbstbestimmte Zukunft – ein wichtiger Beitrag in einer Lebenssituation, die häufig von Unsicherheit und Perspektivlosigkeit geprägt ist.
Mit der Kampagne möchte der Lindwurm die kleinen Tiere zu einem Symbol der Solidarität machen und auf die Situation der Frauen im Flüchtlingscamp aufmerksam machen. Das Beispiel zeigt, wie Fair-Handels-Unternehmen über ihre eigentliche Handelspartnerschaft hinaus Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen nachhaltige Einkommensperspektiven schaffen.



handtrade.
Soziales und ökologisches Engagement für Global Mamas

Neben der Fair-Handelspartnerschaft mit Global Mamas hat sich im Laufe der Jahre ein umfassendes soziales und ökologisches Engagement entwickelt. Zahlreiche Projekte werden weit über den eigentlichen Geschäftsbetrieb hinaus initiiert und begleitet – getragen von großem ehrenamtlichem Einsatz.
Als sich Stoffmasken aufgrund geänderter Corona-Bestimmungen nicht mehr verkaufen ließen, entstand daraus eine nachhaltige Lösung: Aus den hochwertigen Stoffen werden seither kleine Geschenkbeutel genäht. Der Erlös aus den Beuteln fließt in den Bau und die Ausstattung der Kinder-Tagesstätte Global Babies und trägt dazu bei, die Kinderbetreuung für Familien langfristig bezahlbar zu halten.
Ein weiterer Schwerpunkt des Engagements ist die nachhaltige Weiterentwicklung der Fair Trade Zone auf dem Betriebsgelände von Global Mamas. Gemeinsam mit den Ingenieuren ohne Grenzen wurden ökologische Lösungen wie eine Solaranlage, eine Pflanzenkläranlage und weitere nachhaltige Baukonzepte umgesetzt. Die Fair Trade Zone gilt heute als Vorzeigeprojekt für ressourcenschonendes Wirtschaften und soll andere Unternehmen in Ghana zu nachhaltigem Bauen und Produzieren ermutigen.
Darüber hinaus konnten von handtrade. bereits mehr als 20.000 Euro an zusätzlichen Spendengeldern für Projekte wie eine Wasserfilteranlage, den Transport der Mitarbeiterinnen von Global Mamas sowie weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen vor Ort eingeworben werden. Das Beispiel zeigt, wie aus einer Fair-Handelspartnerschaft langfristige Initiativen entstehen können, die weit über den Handel hinaus positive Wirkungen für Menschen, Umwelt und lokale Gemeinschaften entfalten.
Die Spendenweiterleitung läuft über ein MISEREOR Spendenkonto: IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10 / BIC: GENODED1PAX Wichtig: „Zweck W31111 Global Mamas, Ghana“ Bei der Überweisung die Anschrift angeben, dann bekommt man auch eine Spendenbescheinigung!


pakilia Silberschmuck
Direkte Hilfe für Menschen und Tiere in Mexiko
Über den Fairen Handel hinaus engagiert sich pakilia Silberschmuck seit vielen Jahren direkt für Menschen und Tiere in Mexiko. Um dieses Engagement langfristig zu bündeln, wurde 2019 der Verein pakilia wirkt! e. V. gegründet. Die Projekte basieren auf langjährigen persönlichen Beziehungen zu Kunsthandwerkern, ihren Familien und lokalen Partnerorganisationen. Dadurch kann gezielt unterstützt und die Wirkung der Hilfe unmittelbar begleitet werden.
Ein wichtiger Partner ist Atzin México in der indigenen Nahua-Gemeinde Tlamacazapa im Bundesstaat Guerrero. Gemeinsam werden Projekte in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Gemeindeentwicklung umgesetzt. Im Jahr 2025 unterstützte der Verein die Arbeit von Atzin mit rund 6.500 Euro sowie mit Laptops, Tablets und weiteren Sachspenden für die Ausbildung lokaler Gesundheitshelferinnen („Promotoras“). Diese erwerben medizinisches Wissen, digitale Kompetenzen und praktische Fähigkeiten, um die Gesundheitsversorgung in ihren Gemeinden nachhaltig zu verbessern.

Darüber hinaus unterstützt der Verein Familien und Einzelpersonen in existenziellen Lebenslagen – beispielsweise durch Bildungsstipendien, medizinische Behandlungen, Therapien oder die Finanzierung lebensnotwendiger Medikamente. Auch akute Nothilfe gehört zum Engagement, wenn schnelle und unbürokratische Unterstützung benötigt wird.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Tierschutz in der Region Taxco. Gemeinsam mit lokalen Engagierten werden Straßenhunde und -katzen versorgt, Kastrationskampagnen durchgeführt und verletzte Tiere medizinisch behandelt. Das Engagement verbindet langfristige Partnerschaften mit direkter, unbürokratischer Hilfe und trägt dazu bei, die Lebensbedingungen von Menschen und Tieren vor Ort nachhaltig zu verbessern.


Perú Puro
Bildung als Grundlage für nachhaltige Entwicklung in Peru
Über die Faire Handelspartnerschaft hinaus engagiert sich Perú Puro im Rahmen des Vereines FREDERIC – Hilfe für Peru e. V. seit vielen Jahren für die Menschen im peruanischen Urubambatal. Der Verein unterstützt Projekte, die langfristige Perspektiven schaffen und Menschen dabei stärken, ihre eigene Zukunft aktiv zu gestalten. Die Arbeit basiert auf langjährigen persönlichen Beziehungen und einem starken ehrenamtlichen Engagement.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Bildung und Ausbildung. Mit dem Aufbau eines Ausbildungshauses wurde ein Ort geschaffen, an dem Menschen aus der Region Wissen erwerben, sich weiterbilden und neue berufliche Perspektiven entwickeln können. Das Haus dient als Treffpunkt für Schulungen, Austausch und Weitergabe von Wissen – wichtige Grundlagen, um lokale Strukturen langfristig zu stärken.
Darüber hinaus unterstützt FREDERIC verschiedene Projekte in den Bereichen ökologische Landwirtschaft, Regenwaldschutz, Gesundheit und die Förderung von Frauengruppen. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort werden Lösungen entwickelt, die an ihre Lebensrealität angepasst sind und nachhaltige Verbesserungen ermöglichen.
Das Ausbildungshaus steht beispielhaft für den Ansatz von FREDERIC und Perú Puro: Nicht kurzfristige Hilfe, sondern die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten soll Menschen dabei unterstützen, eigene Chancen zu entwickeln und langfristig unabhängiger zu werden.

